momomaus

 

Momo 2022

 

Zu warm, zu kalt, zu trocken, zu nass.
Irgendwas ist immer, weiß der Landwirt, aber diesmal ist es kein Schicksal.

 

Dass die Landwirtschaft nicht unerheblich zur Klimaerwärmung beiträgt hat sich rumgesprochen.

 

In Deutschland verursacht sie 13% der Treibhausgase, das ist genauso viel wie der gesamte Straßenverkehr. Weltweit sollen es bis zu 33% sein.


Davon sind übrigens mehr als zwei Drittel auf Tierhaltung sowie den Anbau von Futtermitteln zurückzuführen. In Deutschland wird drei Viertel der Agrarfläche für den Anbau von Tierfutter genutzt.


Nicht eingerechnet in die 13% sind Transportwege. Je weiter die Ware transportiert wird, umso höher Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß. Na, so ein Wunder.
Dabei schneiden Importe aus Europa mit knapp 10% des Transportaufkommens noch relativ gut ab, demgegenüber Ware aus Übersee mit etwa 10-fach höherer Umweltbelastung glänzt.
Dem Fass den Boden aus schlägt der Flugtransport. Allein die CO2-Emissionen machen das bis zu 100-fache aus im Vergleich zum lokalen Produkt.
Schiff-Importe aus Übersee schlagen mit mindestens 4-facher Menge CO2 zu Buche, im Vergleich zum regionalen Produkt. Und da ist der Sprit (und, und, und,…) noch nicht mal berücksichtigt.


Würden lediglich Lebensmittel importiert, die aufgrund klimatischer/saisonaler Verhältnisse hierzulande nicht wachsen, ließe sich ein Großteil dieser Emissionen einsparen.
Verlagerte man die Hälfte der in Deutschland transportierten Lebensmittel von der Straße auf die Schiene, würde ein weiteres Sechstel weniger CO2 freigesetzt.

 

Das Angebot bestimmt die Nachfrage und nicht umgekehrt. Daher findet Ihr ein paar Monate im Jahr bei Momo keine Orangen, keine Kiwis und Avocados, manchmal auch keine Birnen.
Wer überwiegend heimische Lebensmittel kauft, trägt erheblich dazu bei, den Ausstoß klimaschädigender Gase zu reduzieren. Sind diese dann zudem ökologisch produziert, sorgt das für ein weiteres Fünftel weniger Treibhausgase.


Bio-Produkte einzukaufen ist also durchaus sinnvoll- auch aus Klimasicht. Vor allem lokal produziert und nicht etwa per Flieger importiert. Wer dabei mit seinem SUV vorfährt konterkariert das Ganze, da empfehlen wir doch eher Momos Lieferdienst: Mittlerweile sind bis zu vier Transporträder täglich auf Bonns Straßen um unsere Ware an Mann und Frau zu bringen. Wer noch weiter weg beliefert wird, unsere motorisierten Kuriere sind, wie ein Sammeltaxi, immer noch deutlich ressourcenschonender.

 

Der alleinige Blick auf CO2-Emissionen sagt aber nicht die ganze ökologische Wahrheit.

 

Oft ist es die Besorgnis um die eigene Gesundheit, die Menschen in den Bioladen führt und- schwupps- zum Umweltaktivisten gradiert. Denn der Bio-Landbau schont nicht nur das Klima, sondern sorgt auch für eine intakte Umwelt: Weniger Nitrate und Pestizide im Gemüse bedeutet auch, weniger davon in der Umwelt.
Keine Pestizide, keine synthetischen Düngemittel, geringerer Einsatz von Tierarzneimitteln, keine Gentechnik, das alles ist gut für den Boden, die Gewässer, das Trinkwasser, die Artenvielfalt, erhält die natürliche Bodenfruchtbarkeit, verringert die Bodenerosion, schont Grundwasser und Gewässer.
Der Ökolandbau ist zudem weniger abhängig von fossiler Energie, benötigt weniger Energie und nutzt diese besser aus; schafft mehr Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, benutzt robustes, angepasstes Saatgut, schafft somit Unabhängigkeit von der Saatgutmafia und erhöht so die Diversität.
Bioprodukte enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe und kaum Schadstoffe und keine zugesetzte Chemie und sind somit wesentlich gesünder. Keine künstlichen Aromen, Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker.
Regionale Bio-Lebensmittel unterstützen die Erzeuger vor Ort und fördern den dezentralen, transport-armen Handel. Kurze Wege garantieren beste Frische und Haltbarkeit. Sie werden in der Saison reif geerntet und sind deshalb oft leckerer, auch weil sie weniger Wasser enthalten, weisen die höchsten Gehalte an sekundären Pflanzenstoffen und Vitaminen auf. Außerdem ist das saisonale Angebot preiswerter.

 

Im Bioladen einzukaufen ist also höchst politisch.


Im Bioladen Momo einzukaufen ist noch politischer. Denn ein Biosiegel allein sagt nichts aus über Transportwege, Verpackungen, Firmenphilosophien und Menschen…

 

Hiermit verleihen wir all unseren Kunden eine Umwelt- und Klima-Aktivisten-Medaille, aber nicht der Politik. Sie verpennt seit Jahren, für den richtigen Rahmen zu sorgen. 
Jene, die Fäden ziehen könnten, denken nur soweit vor wie eine Legislaturperiode andauert, sind Marionetten einer konservativen Industrie und profitorientierter Lobbyisten.

 

Allerdings- Landwirtschaft und Lebensmittel-Transport machen ein Pups aus im Verhältnis zu den bevorstehenden Aufgaben.


Politische Entscheidungsträger waren bislang unvorbereitet und überfordert was absehbare Notsituationen betrifft, bestes Beispiel die jüngste Epidemie.

 

Es ist politisch gewollt- mindestens genauso traurig, sollte es ungewollt sein- dass für Gebrauchsgüter nicht der wahre Preis auf dem Etikett steht: Umweltbelastungen und deren Folgen sind in Euro messbar und würden in einer gerechten Welt nach dem Verursacherprinzip bezahlt werden müssen. Wer den Nutzen hat muss zahlen.


Tatsächlich aber zahlen diese Folgekosten auch jene, die keinen Nutzen daraus ziehen, beispielsweise was Umweltbelastungen durch Verbrennungsmotoren angeht auch die Radfahrer, was subventionierten Atomstrom betrifft nicht nur die Ökostrom-Kunden sondern zudem die kommenden 1000 Generationen, sollte es überhaupt so weit kommen mit dem Anthropozän.


Was Umwelt und Gesundheit betrifft wären Bio-Lebensmittel deutlich günstiger als Konventionelle und in jedem Fall könnten die Verbraucher:innen am Preisschild ablesen, welche Konsequenzen ihr Konsumverhalten für unsere Umwelt hat.

Umwelt- und klimafreundlichere Alternativen würden im Vergleich billiger, die Entwicklung klimafreundlicherer Technologien attraktiver, da diese mehr Käufer fänden.

 

Eine rein ökonomische Betrachtungsweise lässt allerdings außen vor, dass es hier auch um Menschenleben geht, die spiegeln sich nicht in den Preisen wieder.

 

i dont believe...

Graffiti: banksy.co.uk


Wenn ich König von Deutschland wär…

(Rio Reiser)

 

Ein klimafreundliches 2022 wünschen Euch die Momos !

 

rheinisch-ökologisch: momo-raoul im Oktober 2021

 
 

•  Suche •  Sitemapnach oben •  ImpressumDatenschutz

 

 

keywords: momo, bioladen, biomarkt, biokiste, bio kiste, bio- produkte, bio-supermarkt, bonn, beuel, Verpackungs-ABC, Mikroplastik, bio fleisch, bio & regional, fairer handel, fairer kaffee, gemüse abo, bioprodukte, bio- obst, Lagertipps, Palmöl, Bio-Palmöl, Bisphenol, bio Eier, natur kosmetik, Saisonkalender, abo-kiste, gemüse-kiste, bio siegel, bio- rezepte, vegan, vegetarisch, biotofu, biobier

 

letzte Änderung:
Do., 11.11.2021